WOHNUNG IN ZUG
FARBEN UND FORMEN
Kunstobjekte und Fotografien spielen eine wichtige Rolle bei der Einrichtung. Auch hier gilt: nicht alles muss teuer und wertvoll sein. Lieblingsstücke aus der Vergangenheit dürfen gerne zwischen echter Kunst hängen oder stehen. So stammt das bunte Bild im Eingangsbereich des Hauses zum Beispiel von Habitat. Sabine Ganz hatte es bereits in Ihrer Pariser Wohnung und hängt an diesem Bild. Die Innenarchitektin von Zingg Lamprecht entwarf nun ein Teppichmuster, das in Form und Farbe perfekt zu diesem Bild im Hauseingang passt.
LICHT UND FARBEN / WEITSICHT UND INNENSICHT
Familie Ganz wohnt in einem repräsentativen Stockwerkeigentum mit Blick auf Zugersee und Berge. Die Wahl fiel aus verschiedenen Gründen auf diese Liegenschaft: die Nähe zu den Städten Zug und Zürich und die spezielle Innenarchitektur: Hohe, loftmässige Räume, minimalistische Bauweise, grosse Terrasse mit Fernsicht. Ausserdem gibt es Innenräume, die eigentlich Aussenräume sind : verglaste Atrien mit Tageslicht von oben. Der Blick geht hier also einerseits in die Ferne zu Bergen und See, anderseits orientiert er sich auch nach Innen an der Natur.
KUNST ZUM ANFASSEN
Ein echter Hingucker ist das überdimensionale Fotobuch von Annie Leibovitz, das zwischen Wohnungseingang und Wohnzimmer wie ein Skulptur inszeniert ist. Die Familie ist ein grosser Fan der bekannten Fotografin. Wenn Gäste erwartet werden, wird jeweils eine neue Seite im Buch aufgeschlagen. Sabine Ganz: «Das führt immer zu interessanten und oft auch lustigen Gesprächen am Tisch. Es eignet sich bestens, um eine spannende Diskussion in Gang zu bringen».
DANK DREH-SESSEL IMMER DIE BESTE SICHT
Das zu Essbereich und Küche hin offene Wohnzimmer ist einer der wichtigsten Räume der Familie. Das kleine Sideboard Calder von Minotti unterteilt die Rückwand des Minotti-Sofas optimal und bietet Platz für kleine, liebevoll ausgewählte Deko-Objekte und Erinnerungsstücke. Aufgrund der räumlichen Gegebenheit empfahl die Innenarchitektin, den Calder-Couchtisch auf Mass zu fertigen. Um den Schwarz-Weiss Farbstil der Umgebung wieder aufzunehmen, entschied man sich für schwarzen Marquina Marmor. Drehbare Sessel Portofino sorgen dafür, dass man sich je nach Lust nach innen oder aussen orientieren kann. Sabine Ganz: «Ist das Wetter schön, blicke ich nach draussen. Regnet es, drehe ich einfach meinen Sessel und schaue auf die Skulptur im Atrium. Ich habe also eigentlich immer einen Aussenblick.»
BERATUNG VERSUS ONLINE
Inspirieren lässt sich Sabine Ganz gerne auf Onlineportalen: «Einen Grill kann ich z.B. problemlos online bestellen. Aber wir brauchten jemanden, der unsere speziellen Räume in Bezug auf Möblierung einschätzen konnte und dabei unseren Stil berücksichtigt. Melanie de Zarobe, Innenarchitektin bei Zingg Lamprecht, hatte sofort den Durch- und Überblick. Wir hätten vermutlich ein zu kleines Sofa gekauft. Bei so grossen und offenen Räumen, muss man die Möbel ausserdem aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten – es soll von überall her gut aussehen. Die Gesamtkomposition ist der Innenarchitektin bestens gelungen.»
VON DER INSPIRATION ZUR EINRICHTUNG
Sabine Ganz: «Wir sind viel gereist und reisen immer noch gerne. Ich lasse mich deshalb oft von schön eingerichteten Hotels, Häusern und Restaurants inspirieren, lese aber auch Wohnmagazine und bin auf Pinterest». Labels hingegen sind ihr nicht so wichtig. «Wir wohnen nicht, um Möbel zu zeigen, sondern um darin zu leben.» Das Minotti-Sofa hatten sie in einem New Yorker Showroom gesehen. Sie verliebten sich sofort in das zeitlose und elegante Design und die flexiblen Stellmöglichkeiten. So kamen sie – zurück in der Schweiz – zu den Innenarchitekten von Zingg-Lamprecht. Sabine Ganz ist auch begeistert vom Minotti Concept Store bei ZL: «Die Auswahl ist grossartig und man kann auch probesitzen.»
STIL TRIFFT BEQUEMLICHKEIT
Familie Ganz lebte vier Jahre in Paris, danach sechs Jahre mitten in New York. Das hat ihren Einrichtungsstil geprägt. Sabine Ganz: «Wir änderten unseren Stil mit den jeweils neuen Wohnungen und Wohnorten. In Paris lebten wir in einer möblierten Wohnung, im romantischen Stil, in New York dann in einem Loft, sehr urban und modern.» Den New Yorker Stil wollten sie auch in die Schweiz mitnehmen. Die Aufgabe von Zingg-Lamprecht war es, eine perfekte Kombination von Grundrissplanung, Stil und Möblierung zu finden.
Herzstück ist der grosse Esstisch Longisland von Rimadesio, um den sich Familie und häufig auch Gäste versammeln. Frau Ganz ergänzt: «Stühle sind sehr wichtig. Stil und Bequemlichkeit müssen sich treffen, denn ich möchte, dass alle gerne am Tisch sitzen bleiben.» Die Wahl viel auf die Ginger Drehstühle von Poltrona Frau. Die gewählte Leder- und Farbkonfiguration bildet die perfekte Verbindung zwischen den Wohnbereichen.
OUTDOOR IST DAS NEUE INDOOR
Der Grundausbau war bereits definiert, als Familie Ganz die Planung begann. Sabine Ganz: «Wir konnten nur noch den Terrassenboden selber auswählen, ein wetterfestes Material, das aussieht wie Holz.» Die Terrasse ist teilweise überdacht und ist im Sommer ein zweiter Wohnraum. Bei der Auswahl der Terrassenstühle wurde darauf geachtet, dass diese stilistisch im Kontext zur Esszimmerbestuhlung stehen. Komfort ist der Familie draussen genauso wichtig wie drinnen. Die pflegeleichte Platte des Outdoortisches ist aus Keramik. Sabine Ganz: «Ich mag den Klang nicht, wenn man Geschirr auf Glas abstellt. Das klirrt immer so unangenehm. Diese Keramikplatte ist viel sanfter, fast wie Holz, hat aber einen moderneren Touch.»
Neu
Die bestehende Deckenbeleuchtung dient der Grundversorgung. Die neuen Lampen sind Designstücke und sollen Ambiente vermitteln und Akzente setzen. Frau Ganz: «Wir haben im Frühjahr eingerichtet, da braucht man kaum Licht. Vielleicht benötigen wir im Winter noch mehr Lampen.»
Bei den Farben bevorzugt die Familie dezente Grundfarben wie grau, schwarz und offwhite. Sabine Ganz: «Akzente setzen wir mit Blumen, Büchern und unseren Kunstobjekten.» Wie z.B. der violett schimmernden Skulptur von Hanna Roeckle Sie steht auf hellem Kies in einem der Atrien und wechselt je nach Lichteinfall Farbe und Glanz.
LOVE-PIECES UND LIEBLINGSPLÄTZE
Der Ehemann sitzt am liebsten im drehbaren Wohnzimmer-Sessel Portofino von Minotti und die Tochter liest an warmen Tagen gerne im Day-Bed auf der Terrasse. Sabine Ganz liebt die Lampe Mito-Due über dem Esstisch. Sie ist dimmbar, modern und verbreitet angenehmes Licht. Besonders die Roda-Lounge wird von der ganzen Familie geschätzt. Hier verbringen sie viele schöne Stunden miteinander.
Einstiegsmotiv